Auch am Ende des Schuljahres 2025/26 stand an unserer Schule wieder eine Projektwoche auf dem Programm. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die Themen Demokratieerziehung sowie Berufs- und Studienorientierung. Die Schülerinnen und Schüler konnten aus einer großen Zahl unterschiedlicher Angebote wählen und dabei eigene Interessen vertiefen, neue Berufsfelder kennenlernen und sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen auseinandersetzen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit externen Partnern. Neben zahlreichen Workshops, die von Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule angeboten wurden, bereicherten unter anderem die Akademie Handel, die Hochschulen Kempten und Ulm sowie die Agentur für Arbeit das Programm. Ein Fachvortrag zum Thema Islamismus bot zudem die Möglichkeit, sich mit einer aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderung auseinanderzusetzen.

Stellvertretend für die vielen unterschiedlichen Angebote sollen hier einige Workshops vorgestellt werden.

Bei einer Führung zum Thema „Fair Fashion“ in Ulm beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage, was nachhaltige Mode eigentlich ausmacht und welche Auswirkungen das eigene Konsumverhalten haben kann. Gemeinsam mit einer Expertin für nachhaltige Mode erkundeten sie verschiedene Geschäfte und lernten dabei Konzepte kennen, die Alternativen zur klassischen Modeindustrie aufzeigen. So wurde Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch behandelt, sondern im direkten Umfeld anschaulich und praktisch erfahrbar.

Einen Einblick in einen besonders verantwortungsvollen Gesundheitsberuf erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops zum Studiengang Pflege an der Hochschule Kempten. Neben Informationen über das Studium und die vielfältigen Aufgaben in der Pflege konnten die Jugendlichen auch praktische Erfahrungen sammeln. Eine Simulationspuppe, ein Alterssimulationsanzug und verschiedene Pflegeutensilien machten die Anforderungen des Berufs unmittelbar erlebbar. Der Workshop zeigte, wie vielfältig die Tätigkeiten im Pflegebereich sind und welche Möglichkeiten ein entsprechendes Studium eröffnet.

Natur, Nachhaltigkeit und regionale Kultur standen bei der Wanderung zur Alpe Sonnhalde in Steibis im Mittelpunkt. Bereits die Anreise wurde zum Bestandteil des Projekts: Die Gruppe machte sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg und zeigte damit, dass auch ein Ausflug ins Allgäu „by fair means“ möglich ist. Nach der Wanderung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Demeter-Produkte der Alpe verkosten. Ein Vortrag einer Umweltethikerin vermittelte außerdem interessante Einblicke in die Themen Alpsennerei, nachhaltige Landwirtschaft, den Erhalt der Allgäuer Kulturlandschaft und die besonderen Arbeitsbedingungen eines Demeterbetriebs.

Mit Zivilcourage, Selbstbehauptung und dem Schutz vor Straftaten beschäftigte sich ein Workshop der Polizei Memmingen. Unter dem Motto „Aktion – Tu was!“ erfuhren die Schülerinnen, wie sie in kritischen Situationen helfen können, ohne sich selbst unnötig in Gefahr zu bringen. Dabei ging es auch um rechtliche Fragen, beispielsweise darum, welche Möglichkeiten man hat, wenn man Zeuge einer Straftat wird. Darüber hinaus wurden Situationen thematisiert, in denen es darum geht, sich selbst möglichst wirksam vor Übergriffen zu schützen. Praktische Übungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten ergänzten die theoretischen Inhalte. Dabei wurde ausdrücklich deutlich gemacht, dass es nicht um einen Selbstverteidigungskurs ging, sondern um sichere und verantwortungsvolle Formen des Handelns und Helfens.

Auch gesellschaftliches Engagement kam während der Projektwoche nicht zu kurz. Im Rahmen der Woche wurde eine Spende an das Wünschewagen-Projekt offiziell überreicht. Die dafür gesammelten Spenden stammten aus dem Weihnachtsbasar unserer Schule. Die Spendenaktion zeigt eindrucksvoll, dass unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein gutes Miteinander einsetzen.

Neben den zahlreichen Workshops gab es einen weiteren besonderen Bestandteil der Projektwoche: den Exkursionstag zur Stärkung der Klassengemeinschaft. Die Klassen konnten einen gemeinsamen Tag nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten und dabei unterschiedliche Ziele und Aktivitäten wählen. So bot die Projektwoche neben fachlichen und beruflichen Einblicken auch Raum für Gemeinschaft, gemeinsame Erlebnisse und die Stärkung des Miteinanders.

Die vielfältigen Angebote machten deutlich, wie breit die Themenfelder der Projektwoche gefasst waren. Von Demokratie und Zivilcourage über Nachhaltigkeit und regionale Landwirtschaft bis hin zu Studium und Beruf konnten die Schülerinnen und Schüler neue Erfahrungen sammeln und eigene Interessen entdecken. Unser herzlicher Dank gilt daher allen Kolleginnen und Kollegen sowie den zahlreichen externen Partnern, die mit ihrem Engagement, ihrer Zeit und ihrer Fachkenntnis zum Gelingen der Projektwoche beigetragen haben.

Text: Tobias Kauer

Foto(s): Tobias Kauer, Matthias Hoffmann