Am 25. und 27. März besuchten die 11. Klassen eine Vorführung des Stückes „Freie Wahl“ in der Spielstätte des Jungen Landestheaters am Schweizerberg.

Das dramatische Werk thematisiert die zunehmende Einschränkung demokratischer Grundrechte in einem Staat, in dem Maßnahmen wie Demonstrations- und Versammlungsverbote, Videoüberwachung, Notstandsgesetze, Polizeigewalt und die Verhaftung von Regierungsgegnern zum Alltag gehören. Ausgehend von einer demokratischen Wahl, bei der eine Mehrheit eine Koalition aus Nationalisten und Grünen unterstützte, die einschneidende Maßnahmen für den Klimaschutz umsetzt, entwickelt sich das politische System zunehmend in eine autoritäre Richtung.

Im Mittelpunkt stehen die Figuren Denise und Bruno. Denise bricht die Schule ab, nachdem ihre Mutter, eine regierungskritische Professorin, verhaftet wird. Ihr Ziel ist es, mithilfe eines verschwundenen Beweismittels die Freilassung ihrer Mutter zu erreichen. Bruno ist Geschichtslehrer und sieht sich in der Tradition seines Großvaters, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war. Gleichzeitig ist er mit der Sprecherin des Innenministers verheiratet, der für ein hartes Vorgehen gegen Oppositionelle steht.

Als die Polizei gewaltsam gegen eine unerlaubte Demonstration vorgeht, flüchtet Denise zu ihrem ehemaligen Lieblingslehrer Bruno. Zwischen beiden entsteht ein konfliktreiches Gespräch, in dem unterschiedliche Sichtweisen auf die politische Situation aufeinandertreffen: Heiligt der Zweck die Mittel? Was ist Verhältnismäßigkeit im Sinne unserer Verfassung? Was ist Freiheit?

Im Anschluss an die Vorstellung stellten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen an die Darsteller und das Regieteam. Die Kontroversität des Stückes setzte sich auch in diesem Nachgespräch zum Teil fort.

                                                                              Text: Andreas Alffermann
Foto: Karl Forster